von Michael Krause am 29. Oktober 2009

Nachdem wir nun mittlerweile seit ca. 5 Wochen nach einem einfachen, kleinen Büro ohne Büroservice, Putzfrau und speziellem Sicherheitsdienst suchen, beschäftigen wir uns mit dem Gedanken des sog. remote bzw. home office – also dem Arbeiten von zu hause aus.

Sicherlich hat das Ganze viele Vor- und genauso viele Nachteile. Die größte Herausforderung für uns wäre, den richtigen Rythmus zu finden bzw. Tools zu etablieren, die diesen Rythmus steuern. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das gegenseitige Vertrauen. Wer gleich durchdreht, nur weil die “ist online-Nachricht” der anderen nicht ständig strahlend blinkt, sollte sich wohl eher nach einem gemeinsamen Büroraum umschauen. Allerdings mache ich mir in diesem letzten Punkt bei uns überhaupt keine Gedanken.

Ein Tool, das für uns recht zentral werden könnte, ist coop (gab es nicht auch mal eine Supermarktkette, die so hieß?!). Damit könnte man vielleicht sogar noch besser informiert sein über die aktuellen Tätigkeiten, als wenn man sich jeden Tag gegenübersitzt und sich dennoch nicht genügend austauscht. Zudem setzt man sich selbst schon morgens bzw. am vorigen Abend Ziele und kann am Ende des Tages genau prüfen, wie realistisch diese Ziele waren bzw. wie effektiv man gearbeitet hat.

Der größte Vorteil hingegen liegt auf der Hand: die Zeitersparnis. zwei Stunden Fahrtzeit (Marcs und mein Hin- und Rückweg addiert) pro Tag sind 10 Stunden pro Woche und 40 Stunden im Monat. Das wiederum sind knappe vier Arbeitstage, die man beim Arbeiten von zu hause aus weit effektiver einsetzen kann.

Gut ok, die DuF-Videos würden auch wegfallen. Aber dafür ließe sich sicherlich eine geeignete Ersatzveranstaltung finden :-)

Ich muss zugeben, der Gedanke der  zeit- und ortsversetzten Zusammenarbeit ist sehr gewöhnungsbedürftig. Wenn ich mir auf der anderen Seite aber vorstelle, dass wir uns Miete, Zeit und Stress sparen und dieses Potenzial mit den richtigen Instrumenten produktiv einsetzen können, finde ich ist die Vorstellung gar nicht so weit weg. Außerdem gibt es doch nichts Besseres, als auch mal einen Tag lang in einem Kaffee, bei der Verwandtschaft oder gar im Krankenhaus (ok, das ist nicht ganz so schön, aber dennoch von Vorteil, wenn mans kann ;-)) zu arbeiten.

Wir finden jedenfalls, das Home Office (gibt es eine deutsche Übersetzung, die nicht “Heimarbeit” ist??) ist eine wirklich ernstzunehmende Alternative.

Hat jemand konkrete Erfahrungen und kann davon berichten?

7 responses


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Klingt auf jeden Fall interessant. Würde mich aber interessieren, wie gut man damit letztlich im Alltag klar kommt. Ich persönlich empfinde die Büroatmosphäre noch immer als sehr bereichernd (Gespräche, “es ist einfach jemand da”) … berichtet einfach mal kontinuierlich drüber, falls ihre es tatsächlich realisiert!

30. Oktober, 2009 08:20

Ich halte das für sinnvoll, solange ihr noch keine Umsätze erwirtschaftet – denn Miete addiert sich schnell zu einem ordentlichen Kostenposten – und so eine Mietvertrag kann man eben auch nicht von heute auf morgen wieder kündigen.

Allerdings habe ich ja bei Tucent ebenfalls dezentral mit meinen Kollegen in Tübingen/Ulm zusammengearbeitet und muss sagen: die gemeinschaftliche Athmosphäre fehlt und Kommunikation leidet.

Daher würde ich vorschlagen, dass ihr es erstmal ohne Büro probiert und sobald echte Umsätze in Reichweite sind euch schnellstmöglich ein Büro sucht.

Bin gespannt wie ihr euch entscheidet! Grüße
Constantin

30. Oktober, 2009 08:52

Also ich hab schon sehr viele Berichte darüber gelesen, dass gerade junge innovative Startups auf garkeinen Fall auf ein gemeinsames Büro verzichten sollten.. Homeoffice kann man ja hinterher trotzdem vereinbaren und die genannten Vorteile genießen… aber ich glaube gerade am Anfang ist die schnelle Kommunikation/der schnelle Gedankenaustausch enorm wichtig…

Aber naja, das hängt wohl trotzdem vom Einzefall ab…

30. Oktober, 2009 11:33

@PJ: da hast Du absolut Recht. Allerdings finde ich, dass man sich nach einer gewissen Zeit ohnehin viel zu wenig austauscht. Der “Tratsch” beim Kaffee ist meist noch die intensivste Art der Kommunikation – zumindest habe ich das so erfahren. Habt Ihr bei Euch regelmäßige Meetings? Wenn ja, steigert das die Produktivität wirklich?

@Const: genau das muss der Ansatz sein. Bestimmte Deadline setzen, schauen wies läuft und dann ein geschicktes Büro finden. Mit welchen Tools habt Ihr Eure Organisation denn aufgebaut/unterstützt?
PS: Deine Mail haben wir noch nicht vergessen! :-)

@David: ja, die Berichte über positive wie negative Erfahrungen sind wirklich zahlreich. Wie siehst Du die Einschätzung, dass man sich viel mehr aufs Wesentliche konzentriert, wenn man sehr begrenzte Zeit gemeinsam hat (1-2 Mal pro Woche gemeinsam an einem Ort Arbeiten, den Rest daheim)? Außerdem ist man “gezwungen”, Dinge in (möglichst kurzen, prägnanten) Sätzen zu definieren, um den Rest des Teams in kurzer Zeit umfangreich zu informieren – Vor- oder Nachteil?

Ich bin mir, wie gesagt, noch unsicher. Aber die Chance, dass die positiven Aspekte die negativen übewiegen, betrachte ich als recht hoch……was meint Ihr?

Übrigens: die Zeilen hier schreibe ich von einem Krankenhausbett aus (jaja, 5 Euro in die Fishing-for-Mitleid-Kasse :-) ). Was ich damit sagen will: hätten wir nicht schon grundlegende Remote-Strukturen etabliert, würde ich hier wohl eine Woche lang komplett untätig bleiben müssen.

30. Oktober, 2009 21:10

Wir haben uns ab und zu getroffen und Ziele für die nächste Zeit vereinbart und dann eben regelmäßig telefoniert… außer google docs haben wir keine besonderen Tools genutzt.

Und an dieser Stelle alles Gute und gute Besserung an dich Michael!!

1. November, 2009 13:05

Oh nein. Bloß kein Homeoffice. Wir haben das 2 Monate durchgehalten, danach musste ein Büro her. Erstmal ein kleines aber inzwischen sitzen wir sehr gemütlich in Ludwigsburg in der Mediasresidenz (hier gibts auch noch freie Büros!!!). Ihr wolltet doch mal auf nen Kaffee vorbei kommen ;-)

Wir haben alles bei uns eigentlich remote verfügbar. Trotzdem ist mir mein Arbeitsplatz im Büro auch am Wochenende tausendmal lieber, als zu Hause rumsitzen und ständig abgelenkt werden.

12. November, 2009 16:54

@Bastian, stimmt, der Kaffee steht noch aus. Das mit dem Remote-Office ist noch nicht sicher. Gerade sind wir wieder an geschickten Räumlichkeiten dran. Dennoch werden wir unsere Struktur wohl so aufbauen, dass man jederzeit von überall aus arbeiten kann.
Lass uns mal die Sache mit dem Büro abhaken (falls das tatsächlich jemals abzuhaken sein sollte…………). Anschließend laden wir uns dann zu Euch ein :-)

Grüße

16. November, 2009 16:56

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