von Michael Krause am 19. Januar 2010

In einem Anflug von überbordender Neugier entschied ich mich vergangenen Donnerstag, Jason Fried von 37signals mal beim Wort zu nehmen und ihm eine Frage zu stellen, die mich seit jeher beschäftigt:

Hey Jason,
instead of stealing your time by telling you how inspiring you guys are (most of the time) I’ll come straight to the point:

How would you do marketing today if your name wasn’t Jason Fried, nobody knew bout 37signals or ruby and nobody had ever heard of your blog?

Small question – big answer, I know. Take your time – I’ll still be happy about a “3-step-example”  by Christmas 2012 :-)

Greetz from Germany and all the best, Michael

Ich denke es ist kein Geheimnis, dass die Jungs von 37signals einiges richtig gemacht haben und auch uns mit Ihrer Vision beeinflussen.

Nichts desto ist es meiner Meinung nach ein leichtes, sich heute mit dem Erfolg, der Anfang des Jahrtausends seine Wurzeln hat, hinzustellen und zu predigen, wie wichtig doch Vorträge, Präsentationen, Blogs, ehrliche Antworten etc. sind und dass sie über die Zeit das Marketingbudget ersetzen könnten. Klar, das funktionierte damals offensichtlich wunderbar. Aber heute ist das Netz voll mit (teils mehr- teils minderwertigen) Blogs und/oder Experten zu allem möglichen.
Auch der Gedanke des MicroISV ist kein neuer mehr. Womit man also vor 10 Jahren noch ordentlich punkten konnte ohne im Einheitsbrei unterzugehen, erfordert heute doch schon mehr Engagement, Kontinuität und Kreativität.

Unabhängig davon wollte ich einfach testen, ob das “Call me in the middle of the night and I’ll be talking to you until the break of dawn” nur Marketinggewäsch ist, oder wirklich auch Mails von unbedeutend kleinen Fischen ehrlich beantwortet werden (ich tendierte eher zu ersterer Variante).

Umso überraschter war ich, als ich heute morgen (Dienstag) folgende Mail im Postfach fand:

Hi Michael-

I’d do it the same way I did it when no one knew who we were which is the same way we do it today. Teach, share, speak up and have an opinion. It takes time – years – but that’s the way to do it.

-Jason

Aber hallo! Kurz, prägnant und ohne unnötige Floskeln – Respekt Herr Fried!

Über den Erfolg von “Teach, share, speak up” will ich mal noch nicht urteilen. Aber “have an opinion” ist mit Sicherheit einer der wichtigsten Tipps, den man nicht nur Gründern in den TFT brennen sollte.

Auf unserer am Freitag live gehenden, neuen Seite ist im PR-Bereich folgender Ausspruch zu finden:

Wer Wissen hat, kann polarisieren.
Wer Wissen hat, kann diskutieren.
Wer Wissen hat, kann lernen.

Wer Wissen für sich behält, kann nichts davon.

Ich bin gerade dabei zu überlegen, das “Wissen” durch “Meinung” zu ersetzen….

Ach ja, auch auf meine Mail, ob ich seine Tipps in unserem Blog veröffentlichen dürfte, kam folgende, zwar nicht unbedingt unnötig umfangreich ausformulierte Antwort, aber eine Antwort

Sure

….genau 8 Stunden und 24 Minuten nach meiner Frage…..Hut ab….

4 responses


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Jason Fried ist auch eines meiner Vorbilder. Nicht zuletzt durch den Fakt, dass die ipunkt Business Solutions nie mehr das Licht der Welt erblicken werden, weil es bascamp schneller in populärer Form gab, als wir die Entwicklung fertig hatten. Wir können zwar weitaus mehr als Bascamp und andere 37signals Applikationen, aber wir haben nicht das Kapital um den Vorsprung auch zu promoten. Von daher muss ich ihm beipflichten…”It takes time – years – but that’s the way to do it.”
Wir sind mittlerweile 8 Jahre am Markt bzw. im Internet tätig und mittlerweile nicht mehr wegzudenken für unsere Kunden ;)

Also immer schön feste durchhalten. Macht weiter so, dann passt das auch.

19. Januar, 2010 22:57

Wer Wissen für sich behält ist eine Single-Unit-CPU und wird es immer bleiben.
Aber wer sein Wissen mit anderen teilt gehört zu einem Multi-CPU-System, dass mehr zu leisten vermag als die reine Summe aller Individuen.

20. Januar, 2010 09:29

Haha, wäre aber auch genial gewesen hätte er: “No, thanks” geschrieben ^^

Ich hab gestern noch ein geniales Zitat von einem der Rubygurus gehört: “Wenn du dich für dein Produkt nicht mehr schämst, dann bist du zu spät an den Markt gegangen” :D

20. Januar, 2010 10:15

@Robert: “Wir können zwar weitaus mehr als Bascamp” – evtl. liegt da das Problem? Ein Mister Fried würde es sicher so sehen ;-)

@Peter: schöne Metapher!

@David: ist halt immer die Frage, wie arg man sich noch schämt ;-)

20. Januar, 2010 10:45

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