am 24. August 2009
Mittlerweile sind wir in einer Phase, in der v.a. ich mir die Frage stellen muss, wann man am besten anfängt die ersten Kunden zu werben.
“Morgen” fällt dabei grundsätzlich weg. Denn “morgen” bedeutet, in dem Moment zu beginnen, in dem das Produkt komplett fertig ist. Problem ist nur, dass ein Produkt am ehesten dann “fertig ist”, wenn man es gemeinsam mit einem potenziellen Kunden entwickelt. Denn keiner von uns sitzt in der Kunden Büro/Kopf, weshalb Ausgestaltungen allenfalls nur möglichst genaue Schätzungen der Kundenanforderungen sein können.
“Gestern” wäre die nächste Überlegung. Doch gestern heißt, dass das Produkt noch nichtmal in einer Alpha-Phase vorhanden ist und man quasi mit leeren Worten argumentieren müsste, ohne dass sich der Gesprächspartner überhaupt für ein Preview anmelden könnte. Als Anbieter von Online-Anwendungen im B2B-Bereich hat man da natürlich schlechte Karten. Denn eine der ersten Fragen bei einem Akquisegespräch (wenn man es so weit geschafft hat) wird sein: “Ok, wie ist denn die URL?”
Also bleibt noch “jetzt”. Jetzt heißt, sich mit einem in lokaler Alpha-Version vorliegenden Produkt hinzustellen und anzufangen, den Marktschreier zu spielen. Doch wo einem der normale Mach-Dich-nicht-lächerlich-Menschenverstand suggeriert, dass es Blödsinn ist, ist es bei näherem Hinsehen gar nicht so blödsinnig.
Denn
- gibt es immer Firmen aus der nächsten (privaten) Umgebung, die bereit sind, ein neues System auszutesten und zu optimieren, solange sie es anschließend zu Sonderkonditionen nutzen können.
- wird es nachher umso schwerer, ein vermeintlich fertiges Produkt zu verkaufen, das der Markt noch überhaupt nicht als “fertig” annimmt da es in der ONchestra.com-Garage, nicht aber mitten auf dem Rathausplatz entwickelt wurde.
- liegt die wahre Kunst des Vertriebs doch darin, etwas zu verkaufen, das es noch gar nicht gibt, oder? (womit dann auch mein Ego zufrieden wäre :-))

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