am 11. Oktober 2009
Viele Webapps im Netz basieren ja auf Opensource. Inzwischen ist es doch so, dass man durch den Opensource-Supermarkt schlappen kann und sich das nimmt was man für seine Apps braucht und nur noch alles zusammenrühren und in den Ofen stellen muss.
Was mir aber in letzter Zeit aufgefallen ist, immer mehr große Firmen geben Teile ihrer Infrastruktur als Opensource frei. Siehe Facebook mit Thrift, Cassandra, Tornado Web, Hive usw. Auch Google ist dabei mit GWT, Wave und ihrem Code Inkubator. Wir nutzen alle diese Technologien stillschweigend und freuen uns wenn sie funktionieren, doch wie können wir was zurückgeben und gleichzeitig unser eigenes Produkt damit verbessern ohne die Kerntechnologie offenzulegen? Hier ein paar Überlegungen die ich mir dazu gemacht habe:
Welche Technologie macht das eigene Unternehmen aus? Welche Teile unterstützen die Technologie und lassen sich kapseln? Wieviel kann ich offenlegen, ohne meine Geschäftsgrundlage auszuhebeln?
Beispiele:
- Facebooks Tornado Webserver in Python. Er stellt nur einen kleinen Teil der Facebook Technologie dar, es ist also unkritisch ihn Opensource zu machen. Aber: Viele Entwickler beschäftigen sich nun damit und finden Bugs die Facebook (oder eben Friendfeed) nicht gefunden haben. Viele freuen sich, einen neuen, superschnellen asynchronen Webserver nutzen zu können. Ergo zieht Facebook auch einen Benefit aus dem veröffentlichen des Sourcecodes.
- Google’s GWT. Ursprünglich geschrieben um Webapps wie Gmail einfacher entwickeln zu können, heute Opensource. Seitdem hat sich viel getan und es sind viele externe Libraries dazugekommen. Also auch hier ein Mehrgewinn für Google.
Was ich eigentlich damit sagen will ist, dass wir uns gerade überlegen was wir von ONchestra und seiner Platform Opensource stellen soll. Nicht um unser Gewissen zu beruhigen, sondern auch mit dem Gedanken dass mehrere Geeks sicher darin Bugs finden könnten, auf die man selbst nicht kommt.
Was würde Euch am meisten interessieren?
- Umatics Tension – Unser EC2 für Arme :) (@Philipp: Habt Ihr denn auch vor Teile Eueres ähnlichen Konzeptes zu opensourcen?)
- Umatics Chester – MongoDB ORM mit Validation und Referencing für Ruby
- Umatics MongoDB Object – Ähnlich wie Chester nur für Python
Was mich noch interessieren würde:
- Stellt Eure Firma teile Ihres Codes unter einer Opensource Lizenz ins Netz?
- Wenn ja, welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht?
Ganz am Rande: Ich frage mich schon seit einiger Zeit, was im Webumfeld als Technologie definiert werden kann. Ist eine einfach Webapp bereits Technologie oder erst der eigens entwickelte Loadbalancer mit neuartigem Queuing Algorithmus? Was meint Ihr?

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