von Michael Krause am 2. März 2010

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Unsere Schokoladenseite

Zugegeben: als erstes haben wir uns über das Foto krumm gelacht. Als zweites darüber geärgert. Als drittes zähneknirschend anerkannt, dass es gar nicht so verkehrt ist.

Die erste Reaktion

Ohne dass man irgendetwas daran beschönigen könnte, aber sehr viel unvorteilhafter wurde wohl selten jemand fotografiert. Ich sehe aus wie ein übergewichtiger Mönch in grünem Kapuzentalar und Marc schaut, als ob er die ganze Szenerie sowieso total lächerlich fände (was uns als absolut professionellen Fotomodels natürlich nicht im Traum einfallen würde!).

Soweit also zum “krumm lachen” und “darüber geärgert”.

Warum “dumm/anders machen” genau richtig sein kann

Das “darüber gefreut” ist, wenn man sich wieder vor Augen führt, wozu das Foto gut ist, recht schnell erklärt: ein sog. “Stopper” (so nannte der Fotograf es zumindest – ob es als hochoffizielle Bezeichnung im Fachjargon von Publikationsgestaltern fungiert, ist weiter fraglich). Es geht darum, diejenigen, die Zeitschriften durchblättern und jedem der Texte beim Querlesen ca. 0,8 Sekunden ihrer Zeit widmen, festzuhalten und zum Lesen zu animieren. Wie man dabei selbst rüberkommt und ob man in der perfekten Schokoladenseitenpose erwischt wurde, ist vollkommen zweitrangig.

Knallige Farben und ein untypischer Hintergrund (eine Beton-Industriewand aus den 70ern musste herhalten) sind dafür genau richtig. Bei einem braven Foto im Büro vor unseren Rechnern hätte der geneigte Leser wohl eher nochmal schnell gegähnt, als sich den Inhalt des Artikels anzuschauen.

Nicht die eigene Meinung zählt

Wieso ich das hier so breit trete? Weil ich der Meinung bin, dass man diese Erfahrung nicht nur für Fotoshootings sondern auf die komplette Unternehmensphilosophie ausweiten kann. Es geht nicht darum, toll auszusehen, hip zu sein oder einzig und allein das gelten zu lassen, was man selbst für richtig erachtet.

Vielmehr gilt es zu verstehen, dass man auffallen muss, anders sein muss und, vor allem anderen, flexibel zu sein hat. Ob man ein Produkt nun ganz toll, total abgehoben und deshalb auf jeden Fall als Umsatzbringer ansieht, ist gänzlichst irrelevant. Der Markt entscheidet, was “gut” ist und was nicht. Die Kunden entscheiden, welche Marketingmaßnahme angemessen ist – nicht die Kreativität des Kommunikators. Wer das nicht versteht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit an eben jenem Markt und mit aller gut gemeinten Marketingstrategie eingehen.

Merke: die Kundenmeinung zählt, die eigene Ansicht hat hinten anzustehen!

Ein Kommentar


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Ich finde den Bericht gelungen. Er transportiert eine sympatische aber auch eine kompetente Message!

Das Bild ist zwar ungewöhnlich, aber wie du geschrieben hast, es wird die Leute zum Lesen animieren.

Grüße
Constantin

2. März, 2010 13:08

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