am 2. Juli 2009
Viele Startups, v.a. im Web, halten mit ihrem Geschäftsmodell hinterm Busch bis sie wirklich live gehen bzw. einen Prototyp vorzeigen können. Die Begründung bei den allermeisten:
“Wir haben doch so unglaublich Angst vor den bösen Copycats!”
“Jemand anderes schnappt uns den First-Mover-Effekt weg!”
Ich weiß nicht wie Ihr das seht, aber in meinen Augen ist das, entschuldigt die verbale Entgleisung, absoluter Bullshit!
Denken wir mal nach: jemand veröffentlicht ein Geschäftsmodell, stellt sein Team vor und präsentiert die Gedanken und Ideen, die es schon gibt. Was müsste anschließend passieren? Genau, ein anderer liest davon und denkt sich “Hey, ich Fuchs, das mach ich doch genauso!”
OK, was dann?
Er muss sich erstmal in die Idee eindenken, ein Team finden, ganz banal vielleicht ein Büro suchen (falls er das möchte). Marketingaktionen planen. Strukturen aufbauen und Prozesse definieren. Ansonsten hat das Ganze ohnehin keinen ernsthaften Wert und stellt keine Konkurrenz zum Urheber der Idee dar.
Während also das achso gemeine Copycat all dies innerhalb von, sagen wir mal 4 Monaten tut, ist der Ideenurheber schon um……………..na? – genau! 4 Monate weiter. Strukturen existieren, Prozesse sind definiert, das Team bestand ohnehin schon, Aufgabenfelder sind verteilt, die ersten Kunden sind eventuell bereits akquiriert und der Presseapparat rödelt. Kurzum: es handelt sich nicht mehr um eine Idee, sondern um ein Unternehmen. Wenn er sich nicht ganz doof anstellt, haben auch schon die ersten Blogs und Fachblätter Berichte veröffentlicht. Weiter sollten bald folgen.
Was passiert nun, wenn der Nachahmer am selben Punkt ist? In den Blogs wird er es schwer haben. Magazine werden sicher nicht nochmal die gleichen Berichte veröffentlichen. Kunden stehen schon in Kontakt mit Unternehmen-Alphawolf, undundund.
U.a. aus diesem Grund haben wir unsere Idee schon veröffentlicht. Wir bekommen wertvolles Feedback. Mails von Menschen, die unsere Idee gut finden, von anderen, die unsere Beschreibung nicht verstehen und wieder anderen, die einfach nur Fragen genereller Natur haben. Unsere XING-Profile werden häufiger gesucht, Gründer aus der direkten Umgebung kommen auf einen Kaffee vorbei, Geldgeber (staatlicher Natur) bewerten den frühen Marktauftritt positiv, etc. etc. etc. Ist das nicht perfekt? Man wird wahrgenommen, ohne dass man ein Produkt vorzuweisen hat!
Wovor haben also nun all die Startups im Stealthmode wirklich Angst?
Meiner Meinung nach gibt es nur eine logische Erklärung: vor Leuten, die besser sein könnten. Teams, die die eigene Idee so weiterführen könnten, dass der Nutzen für die Kunden noch größer wird.
Doch legt der Restaurantbesitzer keine Speisekarten auf die Tische weil er Angst hat, jemand könnte eine davon mitnehmen und direkt gegenüber genau die selbe Art Restaurant aufmachen?
Sollte jemand onchestra.com auf Grund unser Veröffentlichungen erfolgreicher umsetzen können als wir, tut er es wohl und wir sind schlichtweg nicht gut genug gewesen.
Da wir uns auf die ganze Sache aber nicht eingelassen hätten, wenn wir mit diesem Gedanken spielen würden, werden wir in den kommenden Wochen unseren kompletten Geschäftsplan, der als Grundlage fürs Exist-Stipendium dienen wird, veröffentlichen und zur Diskussion freigeben. Denn wir sind uns sicher: die Vorteile, die wir durch Feedback und Anmerkungen bekommen werden, überwiegen die (potenziellen) Nachteile bei Weitem!

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