Nikolai von jterms berichtet in einem ausführlichen und teilweise leicht emotionalen (was mir persönlich sehr gefällt!) Artikel über seine Erfahrungen vor, während und nach der Exist-Förderphase von 12 (bzw. bei ihm 11) Monaten. Sein Projekt hat bisher wohl leider nicht den anvisierten Erfolg gehabt, den er sich gewünscht hätte. Nichts desto trotz muss ich den Hut vor seiner Ehrlichkeit ziehen. Ich bin mir nicht sicher, wie viele andere, die ein Jahr lang Gehalt und Unternehmensausgaben vom Staat “gesponsort” kriegen, bei anschließendem (noch!)Nicht-Erfolg offen und ehrlich darüber sprechen bloggen würden – CHAPEAU (endlich zahlen sich 10 Jahre Französisch-Unterricht aus)!
Wenigstens lässt sich Nikolai (und sein Team, wenn ich das richtig lese?!) nicht entmutigen und treibt sein Projekt voran. Wenn auch jetzt vorübergehend “nicht in der gewünschten Intensität”.
Folgenden Abschnitt finde ich besonders aufschlussreich:
Zum anderen aber haben wir von Anfang an eine falsche Vorgehensweise gewählt: in der ersten Hälfte der EXIST-Förderung haben wir uns eher auf die Finanzierung konzentriert (im Verhältnis 80:20, dazu kommt noch, die Klärung einiger anderen Fragen, wie z.B. der Krankenkasse), damit wir mit genügend Vorlauf die Finanzierung vor dem Ablauf des EXIST klären. Bis wir schließlich verstanden haben, dass es kein Sinn macht, sich so intensiv mit der Finanzierung zu beschäftigen. Wir haben erkannt, dass wir enorme Schwierigkeiten haben, unsere Plattform als Produkt zu erklären, aber auch, dass die Finanzierungsformen, die sich „Venture“ nennen, für uns einfach noch zu früh sind.
Sich auf die Finanzierung zu konzentrieren ist wirklich Quatsch. Fokus auf Produkt, Markt und Kunden. Und das besser gestern als heute. Denn die ersten Kunden sind weit aussagekräftigere Argumentationsmittel, als ein gelungener Businessplan oder ein super Pitch.
Soweit mein Wort zum Freitag – wünsche einen schönen Abend!

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