am 28. Januar 2010
Auch wenn es in den letzten Tagen schwer fiel, neben all dem Apple-Tablet-Jobbs-Grundrauschenhämmern noch anderweitige News mitzubekommen, habe ich auf der computerwoche eine Darstellung zu Microsofts neuem Exchange, Exchange 2010, gelesen.
Um den Artikel zusammen zu fassen, hier die Kernaussagen:
- Die Outlook Web App ist jetzt auch mit anderem Browsern als dem Internet Explorer zu bedienen.
- Gruppierung der Nachrichten/Mails als Konversation.
- Nachfrage, ob die Mail wirklich versendet werden soll, bei großer Adressatenanzahl.
- Freigabe von Kalenderdaten auch für Externe, sofern diese Exchange nutzen.
- Archivierung alter Mails in externen Bereich auf dem Exchange Server.
- Kommunikationsschutz für Mails, die bspw. nicht weitergeleitet werden dürfen.
Wenn ich mir das so anschaue wird mir wieder klar, wie dreist man doch Funktionen als nagelneu verkaufen kann, obwohl es sie, in weit günstigerer und einfacherer Form, bereits gibt. Wir als Integrationspartner für Google Apps (Google Apps ist die Gesamtbezeichnung für Google Mail, Google Kalender und Google Text und Tabellen) erklären immer wieder, dass man sich zwar an das sog. Threading von zusammengehörigen Mails gewöhnen muss (sofern man vorher Outlook-Nutzer war), es aber eine riesen Arbeitserleichterung ist, wenn man sämtliche Bestandteile eines Mailwechsels automatisch gebündelt bekommt.
Außerdem ist die Archivierung schlichtweg nicht mehr notwendig. Denn ob wirklich jemand 25 GB an Mails zusammen bekommt (so viele Platz können die Nachrichten im Posteingang von Google Apps beanspruchen), ist weiter fraglich – wir haben jedenfalls noch keine so große .pst-Datei erlebt.
Auch die Freigabe von Kalendern ist nichts Besonderes. Über Apps kann ich Kalender mit bestimmten, externen Personen verknüpfen oder meine Termine sogar komplett frei zugänglich machen
Einzig der Kommunikationsschutz für Mails ist nicht möglich. Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie praxisrelevant diese Funktion wirklich ist. Schließlich kann ich Mailinhalte, wenn ich es drauf anlege, auch extrahieren und auf anderen Kanälen weiterleiten.
Angesichts des unheimlichen Aufwandes und der damit einhergehenden Kosten zur Migration meiner Daten in die Exchange Lösung, kann ich guten Gewissens und ruhigen Schlafes weiterhin hinter Google Apps stehen. 14 Euro pro Monat für einen Exchange Ersatz spricht, denke ich, für sich.
Ach ja, Google Mail, als Teil von Google Apps, kann übrigens auch Offline betrieben werden. Nachrichten werden somit versandt, sobald wieder eine Internetverbindung besteht.

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